Skulpturen und Reliefs
Holz
Bereits mit elf Jahren begann ich neben dem Zeichnen zu schnitzen. In der 5. und 6. Klasse habe ich einen zweijährigen Schnitzkurs beim damals bekannten Zürcher Bildhauer Luigi Zanini absolviert. Bis 1996 blieb ich dem Holz, das ich als warmes, lebendiges Material schätzt, treu.
Eisen
1996: Eisen ist Gewalt. Und ich verabscheue Gewalt, weil ihr nur mit Gegengewalt beizukommen ist. Gewalt kennt keine Liebe, keinen Geist, keine Rücksicht. Und doch, wo wäre unsere Welt ohne Gewalt. Mit Liebe kann man keine Steine brechen und Bäume fällen um Häuser zu bauen. Mit Geist und Rücksicht lässt sich auch das Erz nicht aus dem Berge holen. Das Eisen zu schmieden, zu formen und nutzbar zu machen, ist ebenfalls mit Gewalt verbunden. Vielleicht weil ich ein Feigling bin, habe ich mir das Werk von riesigen Maschinen zunutze gemacht, um mich dem Eisen zu nähern. Eisenstücke, wie von Gigantenfäusten zerquetscht, verbogen und verformt, werden von den Shreddern zuhauf ausgespuckt. Die «besten» Stücke suchte ich mir sorgfältig aus und vereinte sie mit «Feuer» zu dem, was mein Bauch bei ihrem Anblick gespürt und mein Kopf dazu gesagt hat. Erst später habe ich mich daran gewagt, Eisen selbst zu verformen und zu Skulpturen zu verarbeiten.
Stein
Lange – vielleicht zu lange – war Stein für mich kein Thema. Ich sah im Stein ein Material, dem gleich dem Eisen nur mit Gewalt beizukommen war. Ein Material auch, dem das Leben von Holz fehlte. 2006 schwärmte der junge, sensibleBildhauer Christian Gadient über die Lebendigkeit des Steins und versuchte mir die Angst vor dem harten Material zu nehmen. Seine begeisterten Ausführungen brachten mich dem Stein näher als jedes Lehrbuch. Er lehrte mich, dass Stein ebenso ein gewachsenes Material ist, wie Holz und überredete mich, einen Versuch zu machen. Und siehe da: Aus der Angst vor dem harten Material wurde eine intensive Liebe, die mein gestalterisches Schaffen grundlegend beeinflusst hat. Vom Holz her gewohnt, sorgfältig auf den Faserverlauf zu achten, erspürte ich schnell die lebendige Eigenwilligkeit des Steins, die niemals mit Gewalt, sondern nur mit subtil dosierter Energie überwunden werden kann. Und bevor ich meinen Versuch beendet hatte, war ich hoffnungslos in das Material „Stein“ verliebt. Und der Stein wird mich mit Bestimmtheit nicht mehr loslassen, solange meine Kräfte zur Bearbeitung der schweren Stücke ausreichen.
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